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Wein Österreich




Wein Österreich - seit wann gibt es bei uns Wein?

Wir möchten hier einen kleinen Streifzug durch die Weingeschichte Österreichs machen, ohne Ansprüche auf Vollständigkeit zu erheben:

Beginnen möchten wir mit einem wunderschönen Zitat von Sokrates (469 - 399 vor Christus): "Wein befeuchtet und temperiert den Geist und wiegt die Sorgen des Gemüts in Schlaf. Er belebt unsere Freuden und ist Öl auf die sterbende Flamme des Lebens. Wenn wir mäßig und in kleinen Zügen trinken, dann geht der Wein in unsere Lungen über wie süßester Morgentau. Dann begeht der Wein keinen Raub an unserer Vernunft, sondern lädt uns ein zu freundlicher Heiterkeit." In dieser Zeit haben die Kelten bei uns schon Wein angebaut, in der Steiermark und im Burgenland.

Die ersten Nachweise des Weinanbaus der Sorte Vitis Vinifera im Burgenland gibt es in Zagersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) - hier fand man in einem Hügelgrab Traubenkerne, die schon im Jahr 700 vor Christus angebaut wurden. In Niederösterreich wurden Traubenkerne aus der Spätbronzezeit gefunden. Bereits im 8. Jahrhundert vor Christus wurde Weinbau im Burgenland und in der Steiermark nachgewiesen, natürlich noch in ganz einfacher Art und Weise. Die erste Weinbauordnung hat der Habsburger Herzog Albrecht der II verfasst, sie wurde im Jahr 1352 veröffentlicht. Wie und zu welchen Anlässen Wein getrunken wurde, sehen wir oft in Gemälden - von wilden Trinkgelagen bis hin zu kulturellen Veranstaltungen und zeremoniellen Anlässen finden sich unzählbare Abbildungen, in denen Wein eine große Rolle spielt. 

Wein Österreich - die Römerzeit bis ins Mittelalter

Die Römer beeinflussten unsere Kultur stark, auch unsere Weinkultur - und das war gut so. Die Legionäre tranken viel Wein und wollten diese Gewohnheit auch in den neu eroberten Gebieten pflegen, so musste mehr Wein produziert werden. Sie wussten, wo Wein gut wachsen konnte, sie bauten ihren eigenen Wein an, brachten ihr eigenes Werkzeug und ihre Gefäße mit. In Winden (Seewinkel) wurde in einer Mauer eine Weinpresse aus Stein gefunden - ein Zeitzeuge aus vergangenen Tagen. In so machen alten Gräbern wurden noch Tongefäße mit eingetrockneten Weinspuren gefunden. Spätestens mit dem Christentum wurde der Wein immer wichtiger, ist er doch ein wichtiger Bestandteil jeder Messe - bis heute. Eine strukturierte und zielorientierte Weinkultur gab es allerdings erst viel später, während der römischen Herrschaft. So wird der Kaiser Probus als einer der größten Förderer des Weinbaus bekannt (im dritten Jahrhundert nach Christus` Geburt). Ca. 480 nach Christus wurden Weingärten in der Wachau angelegt. 

Die nächsten großen Entwicklungsschritte fanden während der Amtszeit Karls des Großen statt: Er wurde 771 der Alleinherrscher und entwickelte die gesetzlichen Regelungen in Bezug auf Wein weiter - er erlaubte den Weinbau wieder und es gab damals erstmals einen Weinbaukataster. Auch wurde an der Qualität gearbeitet, so gab es Musterweingärten und Rebsorten wurden bereinigt, Hygienevorschriften wurden vorgegeben. Er ließ Wälder roden und holte sich gezielt Reben aus anderen Ländern, die er für gut befand. In den folgenden Jahren gewann der Klerus immer mehr Einfluß, die Klöster stellten den oft mittellosen Bauern Grundstücke zur Verfügung und verlangten einen Teil der Ernte für ihren Wein als Bezahlung zurück. Besonders hervorzuheben sind der Benediktiner-Orden und die Zisterzienser. Sie entwickelten die Vinifizierung weiter, es wurden große Mengen an Wein produziert - das war auch notwendig, betrug der pro-Kopf-Verbrauch rund 170 Liter pro Jahr. Fairerweise muss hier erwähnt werden, dass es auch gesünder und sicherer war, Wein zu trinken, da das Trinkwasser vielerorts ungenießbar war. Im Bistum Seckau gab es damals über 6000 Weingärten. Wenn wir Wien genauer betrachten, so ist es ursprünglich auf lauter Weingärten gebaut worden. 

Wein Österreich: 17. - 19. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert wurde die Weinsteuer stark erhöht, auf 30%, die Menschen bauten auf ihren Weingärten darum andere Lebensmittel an und entfernten die Weinstöcke. Später wurden dann teilweise sehr minderwertige Weinstöcke nachgepflanzt und große Mengen an geringwertigem Wein hergestellt. Unter Maria Theresia wurde dann geregelt, wie billiger Wein verwertet werden sollte: Er wurde unter anderem für die Produktion von Essig oder Schnaps verwendet. Essig wurde oft mit Wasser verdünnt getrunken. Ab 1784 war es durch Kaiser Joseph den II. erlaubt, den eigenen Wein zu verkaufen - so entstanden die ersten Heurigen und die Menschen erholten sich nach der Arbeit bei ein paar Gläsern Wein, Brot und Speck. 

Bekannt ist auch Erzherzog Johann - er reformierte den steirischen Weinbau und kaufte sich sogar im heutigen Slowenien an einer unbrauchbaren Stelle ein Grundstück, um dort Wein anzubauen, aus einem einfachen Grund: Er wollte zeigen, dass die Technik und das Wissen hinsichtlich des Weinbaus eine große Rolle spielt. Er hat gerne bei der Lese mitgeholfen und gründete 1819 die k.u.k. Landwirtschaft für die Steiermark, ebenso brachte er viele neue Sorten (z.B. den vielgeliebten Chardonnay) in die Steiermark und verhalt ihr so zu einem beachtlichen Aufschwung. 

Im 19. Jahrhundert kamen schwierige Zeiten, es wurden Krankheiten eingeschleppt und die Reblaus wütete in den Weingärten. Sie wurde in den 1860er Jahren aus den USA eingeschleppt. Abhilfe schuf die Veredelung der Weinstöcke, so wurde unten eine amerikanische Sorte eingepflanzt, die resistenter gegen Pilzerkrankungen, aber auch gegen die Reblaus war - und oben wurden die eigenen Sorten aufgepropft. So entspannte sich die Lage mit der Weile. Die Reblaus kommt uns jedoch immer wieder unter - es gibt auch heute noch Heurige, die nach ihr benannt sind, Lieder, die von ihr erzählen - und leider hat sie manchmal auch noch Gelegenheit, Schaden anzurichten, denn durch unbearbeitete Weinberge kann sie sich selten aber doch ausbreiten.

Ein Weinzitat aus dieser Zeit von Louis Pasteur (1822 - 1895): "Der Wein kann mit Rest als das gesündeste und hygienische Getränk bezeichnet werden." Er musste es wissen, schließlich war er Chemiker. 

Wein Österreich - die Zeit nach dem 1. Weltkrieg

Im Jahr 1921 geschah noch etwas Bedeutsames - das Burgenland wurde zu unserem jüngsten Bundesland, zuvor gehörte es zu Ungarn. 

Lenz Moser entwickelte ab 1925 die "Hochkultur" des Weinbaues, er entwickelte und modernisierte die Abläufe - ihm wurde für diese Leistungen ein Ehrendoktorat und der Titel Professor verliehen. Er setzte sich auch dafür ein, nur hochwertige Weinsorten anzubauen und zu vermehren. 

Der Weinskandal (1985) brachte Missstände zutage, so wurden Weine mit billigem Alkohol gestreckt. Die Folge war ein riesiger wirtschaftlicher Schaden, aber danach wurden strenge Kontrollmechanismen eingeführt und an der Qualität gearbeitet, dies verhalf dem österreichischen Wein zu Höhenflügen und einer völligen neuen Trinkkultur ("Klasse statt Masse"). Im Jahr 2001 gab es eine Gesetzesnovelle, es wurde der DAC als Qualitätssystem eingeführt (Districtus Austriae Controllatus). Qualität statt Quantität war das Motto, es entstanden die ersten Spitzenweingüter, die auch international bekannt wurden. Weine von so hoher Qualität entstanden, sodass sie auch lange lagerfähig wurden, bzw. durch die Lagerung sogar noch an Qualität gewannen. Den Konsumentinnen und Konsumenten wurde klar, dass sie für gute Qualität auch mehr zahlen mussten. Durch den Beitritt zur EU stieg die Qualität nochmals an, da es verschiedenste Regelungen und auch Unterstützungen gab. Die Ausbildung wurde klar geregelt und jetzt ist es sogar möglich, den Weinbau als Masterstudium an der BOKU Wien zu studieren.




 
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