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Rotwein Österreich 


Rotwein Österreich - was kennzeichnet Rotwein im Allgemeinen?

Ein Merkmal des Rotweins sind die Tannine, davon hat der Rotwein im Vergleich zu Weißwein viel mehr. Tannine sind Gerbstoffe, die in den verschiedenen Teilen der Traube sind. Sie färben stark und wirken adstringierend (zusammenziehend), man bemerkt es durch das "pelzige" Gefühl im Mund, aber auch der herbe Geschmack. Der Gehalt an Tanninen hängt von der Sorte ab, aber auch von der Art der Weinproduktion. Bleibt der Traubenmost länger auf der Maische, wird diese Maische dann besonders stark gepresst, desto mehr Tannine finden sich dann im Wein wieder. Tannine sind wichtig, sie wirken beispielsweise antiseptisch, das schützt den Wein (vielleicht auch die Weintrinker/innen?) und macht ihn lange lagerungsfähig. 

Rotwein wird natürlich auch durch die rote Farbe gekennzeichnet. Sie entsteht nur durch die Maischegärung, wenn die roten Schalen der Trauben mit dem Traubensaft in Kontakt kommen - lassen wir die Schalen weg, ist auch dieser Wein "weiß". Wir kennen das von der Roséproduktion - hier werden die Trauben wie ihre weißen Kollegeninnen behandelt, werden gepresst, haben dadurch nur kurz Kontakt mit der Schale und sind dadurch nur rosa, danach werden sie wie Weißwein weiterverarbeitet. 


Rotwein Österreich - welche Sorten wachsen bei uns?

Es wachsen viele verschiedene Rotweinsorten in Österreich, wichtig für den Qualitätswein sind jedoch nur 14 zugelassene Sorten, ein paar davon möchten wir hier vorstellen:

Der blaue Zweigelt ist die wohl berühmteste autochthone Sorte), benannt nach seinem Züchter, Fritz Zweigelt. Er kreuzte in der Klosterneuburger Weinbauschule die Sorten St. Laurent und Blaufränkisch und brachte damit die neue Sorte Zweigelt hervor. Sie ist sehr widerstandsfähig und unkompliziert, ihm machen auch kalte Wintermonate nichts aus. Der Wein ist kräftig, würzig und schmeckt meist nach Beeren, Kirschen und recht würzig. Man erkennt ihn an den Gerbstoffen und der besonders adstringierenden Wirkung. Er wird oft in Cuvées eingesetzt, lässt sich großartig im Fass ausbauen und ist auf der ganzen Welt bekannt. Fritz Zweigelt war ein glühender Verfechter des Nationalsozialismus, so ist sein Name bekanntermaßen belastet und er sorgt immer wieder für Diskussionen.

Wenn wir an das Burgenland denken, fällt vielen sofort der Blaufränkisch ein, eine typisch österreichische Sorte - und flächenmäßig vor allem im Burgenland, er ist die Nummer 2 nach dem Zweigelt.  Bereits Karl der Große liebte ihn und lies ihn bevorzugt pflanzen. Bereits im 10. Jahrhundert wuchs der Blaufränkische in Österreich. Er versteht sich gut mit dem Zweigelt und so sind die beiden oft in österreichischen Cuvées anzutreffen. Er wird mit oder ohne Holzeinsatz ausgebaut, mancherorts auch in Amphoren. Sein Bukett wird manchmal mit zimtig umschrieben, er schmeckt feinfruchtig und auch herb. Die gute Lagerfähigkeit zeichnet ihn zusätzlich aus, er gewinnt dadurch noch an Qualität. 

Der Blaue Portugieser ließ uns lange im Unklaren, woher er kommt und warum er so heißt - durch gentechnische Forschung konnte inzwischen nachgewiesen werden, dass einer Kreuzung der Blauen Zimmettraube und Sylvaner entstammt. Bekannt ist ebenfalls, dass die Firma Schlumberger den ersten Schaumwein aus genau dieser Sorte hergestellt hat. Der Blaue Portugieser wird eher jung getrunken, er schmeckt fruchtig, duftet nach Veilchen und hat meist wenige Tannine. In den letzten Jahren hat sich der Anbau dezimiert, ein Grund dafür ist, dass sich der Geschmack der Konsumentinnen und Konsumenten geändert hat - es wird immer öfter nach tanninreichen Rotweinen gegriffen.

Der St. Laurent zählt zu den Burgunder-Sorte und hat den Bezug zum Heiligen Laurentius, der an einem 10. August verstorben ist, ungefähr zu dieser Zeit sind die Trauben reif. Er ist lange lagerfähig und fühlt sich im Seewinkel besonders wohl, hier gibt es auch den höchsten, österreichweiten Anteil. Der Wein duftet oft nach Beeren und Weichseln (Sauerkirsche). Er schmeckt samtig, nach Waldfrüchten, ist körperreich, leicht herb und hat eine wunderschöne, tiefrote Färbung. 

Der Pinot Noir, auch Blauburgunder genannt ist die Diva im Weingarten, es handelt sich um eine Sorte, die empfindlich ist. Er triebt früh aus, ist aber frostempfindlich und hat eine dünne Haut. Der Pinot Noir ist eine der ältesten und besten Sorten der Welt, im 14. Jahrhundert brachten ihn die Zisterzienser in den deutschsprachigen Raum. In Frankreich wird er oft weiß gekeltert und wird zusammen mit anderen Rebensorten zu Champagner veredelt.

Der Merlot, vermutlich von "Merle" (Amsel) abgeleitet, denn diese lieben die süßen Beeren, die auch noch recht früh reifen. Gut lässt er sich auch mit dem Cabernet, Zweigelt und Blaufränkisch zu hervorragenden Cuvées zusammenstellen. Er ist relativ anspruchslos, was den Boden angeht und die Haut der Beeren ist widerstandsfähig. Ein angenehm-unkomplizierter Genosse im Weingarten und als Begleiter zu den verschiedensten Speisen. 

Cabernet Sauvignon, eine der besten Weinsorten der Welt hat eine besondere Eigenschaft: Wo auch immer Cabernet Sauvignon angebaut wird, egal wie verschieden der Boden und das Klima auch sein mag - sein Geschmack bleibt stets unverkennbar, nach grüner Paprika und dunklen Beeren.  Der Wein ist extraktreich und Lagerung hebt seine Qualität nochmals merklich an. 

Der Blaue Wildbacher ist, wie der Name schon verrät ein wilder Kerl aus der Weststeiermark, früher war er ungestümer und als "Hecknklescher" (weil es so manchen Trinker nach zu viel Konsum am Heimweg in die Hecke "geklescht" hatte) verrufen, heute kommt er gerne im edlen Roségewand oder als spritziger Schilchersturm dahergeschritten. 

Der Rösler ein tannenreicher Wein, der aufgrund seiner intensiven und roten Farbe oft in Cuvées eingesetzt wird. Benannt wurde er nach Dr. Leonhard Roesler, der Direktor in der Klosterneuburger Weinbauschule war. Geschaffen wurde er aber von Dr. Gertrude Mayer - sie wollte eine besonders starke, pilzresistente Sorte entwickeln. 

Der Syrah ist auch als Shiraz bekannt, und stammt vermutlich aus dem Rhonetal. Der Syrah ist ein wunderbar intensiver Wein, der mit dem Alter immer besser wird. Er liebt es warm und wächst auch auf nährstoffarmen Böden gut.

Der Cabernet Franc ist ein Verwandter des Cabernet Sauvignon, liebt die Gesellschaft und versteht sich mit ihm hervorragend in einer Cuvée, gerne auch mit Merlot. Er gehört zu den Bordeaux-Sorten und weist wenige Tannine auf. 

Rotwein Österreich - wie wird Rotwein hergestellt?

Zuerst werden die Trauben geerntet, dies geschieht entweder händisch oder wird mit Erntemaschinen durchgeführt. Der Vorteil der händischen Lese ist klar - beschädigte Trauben können bereits im Weingarten aussortiert werden. Nach der Ernte werden die Trauben schnellstmöglich ins Weingut transportiert, dort werden sie abgerebelt, die Stiele werden entfernt, dann werden sie gequetscht. Das besondere am Rotwein ist die Maische-Gärung, die nun einsetzt - die Beeren, die Schalen (die den Wein schlußendlich rot färben) und das Fruchtfleisch gären nun. Nach 7 - 14 Tagen, manchmal auch schon früher wird die Maische gepresst. 

Nun steht die malolaktische Gärung an - "malum" heißt in der lateinischen Sprache Apfel, es geht also um die Apfelsäure, die in Milchsäure "lactum" umgewandelt werden soll. Die Milchsäurebakterien wandeln die Apfelsäure in Milchsäure um, so wird die Säure des Weins milder. Danach wird der Wein manchmal geklärt, danach kommt er in Holzfässer oder in den Tank - je nach Ausbau - manchmal kommt er auch zuerst in den Tank und dann ins Faß, das ist ganz verschieden. Die letzte "Station" eines Rotweins ist die Flasche, nach der Abfüllung kann der Wein noch in aller Ruhe reifen und geschmacklich an Qualität gewinnen - große Rotweine brauchen daher Zeit und Geduld, bevor sie mit Genuss genossen werden können. 


 
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